Leuw von Katzenstein wurde 1949 als Sohn einer flämischen Bibliothekarin und eines baltischen Adeligen geboren. Nach einer standesgemäßen Erziehung in sechs Internaten und einer Ausbildung zum Anwaltsgehilfen übte er diverse Verwaltungstätigkeiten aus. Danach besetzte er verschiedene Positionen in der Unterhaltungsindustrie. Er lebt und arbeitet zur Zeit als Chefbuchhalter eines Revuetheaters in der Nähe von Buxtehude und ist Vater von sechs Kindern.
Der Illustrator des Romans Jörg Mühle wurde 1973 in Frankfurt/Main geboren und studierte in Offenbach und Paris. Er arbeitet als selbständiger Illustrator im Gemeinschaftsatelier “LABOR” in Frankfurt, vor allem für in- und ausländische Verlage, Zeitschriften und Zeitungen.

Interview mit Leuw von Katzenstein über Piratengeschichten, die Arbeit an seinem Roman und seine Vorbilder
Es ist bekannt, dass Sie Buckelbert Ihrem Schwager nachempfunden haben. Gibt es noch andere Vorbilder aus der Realität für Ihre Figuren?
Ja, viele: Die Schnitzels, Renald Rumms, Kalle Wumms, Kanonenuwe, Tschetschenenolli, Jochen Blitz, Krischan Grimm, Peter Freter Übeltäter (und andere mehr) sind Leute, die im Thalia als Techniker gearbeitet haben oder arbeiten. Katharina die Verwelkte hat grade abgedankt, aber Commander MacBethke hält die Stellung bis zum jüngsten Gericht.
Welche Szene oder welches Kapitel der Ruchlosen Rivalen ist als erstes entstanden?
Eigentlich wollte ich ums Verrecken keine “Fortsetzung” des SCHRECKENS DER OZEANE schreiben. Ständige Bitten meiner kleinen Söhne um “neue Buckelbertgeschichten” klopften mich allmählich weich und auf einer heißen Autofahrt im Stau wars dann soweit: Ich improvisierte drauf los und heraus kam die Sequenz, in deren Verlauf die Mannschaft der SANTA EVA feuchte Rache an den Gegnern nimmt und Würgebrecht meutert.
Und welches Kapitel hat Ihnen am meisten Spaß gemacht zu schreiben?
Mein Lieblingskapitel war die Begegnung mit Prinz Kongo. Das schwoll auch binnen kurzem auf ca. 60 Seiten an – und wurde wieder gestrichen: Ich werde ein eigenes Buch daraus machen!
Wieso schreiben Sie Piratengeschichten? Und woher kommt Ihre Leidenschaft für Piratensongs?
Ich interessiere mich auch für Landräuber!
Welche drei Dinge haben Sie durch Ihre Kinder gelernt?
1. Alles Irdische ist vergänglich
2. Etwas besseres als den Tod findest Du überall
3. Einer geht noch
Haben Sie literarische Vorbilder – welche?
ETA Hoffmann/ Laurence Sterne/ Wilhelm Hauff.
Und: Ernest Thomsen Seton. Kennt kein Mensch mehr, müsste dringend mal neu übersetzt werden.
Und menschliche Vorbilder?
Dr. Alex Zollmann/ Rolf Mares/ Onkel Karl
Was lesen Sie gerade?
Mit großem Vergnügen: Jasper Forde, IN EINEM ANDEREN BUCH, spannend, verrückt, klug, komisch.
Und was lesen Sie im Wartezimmer vom Zahnarzt?
Ganz egal, solange ich nicht damit rechnen muss, mit Details aus dem Sexualleben von Prinzen und solchen, die es gerne wären, belästigt zu werden.
Und was lesen Sie gerade Ihren Kindern vor?
Jack London, Wolfsblut
Auf die Schnelle:
Kügelchen oder Aspirin? – Paracetamol
Sushi oder Labskaus? – unbedingt: Sushi
Paris oder New York? – warum oder? UND!
Buxtehude oder Oberammergau? – In Passionsjahren: Buxtehude
Beatles oder Rolling Stones? – klare Lebensentscheidung: Stones
Shakespeare oder Kafka? – Shakespeare
heute oder Tagesschau? – nix von beidem, hab kein’ Fernseher. Morgens die TAZ.